Nachrichten vom Freitag, 26.06.2026

Welt

Erdbeben in Venezuela fordert mindestens 235 Tote

Nach zwei schweren, flachen Erdbeben in Venezuela suchen Rettungskräfte weiter in Trümmern nach Überlebenden. Laut BBC wurden mindestens 235 Menschen getötet und rund 4.300 verletzt. Besonders betroffen sind Caracas und umliegende Gebiete.

Quelle: bbc.co.uk

Bund und Länder einigen sich auf Entlastung der Kommunen

Bund und Länder haben sich auf eine Reform verständigt, die vor allem Kommunen finanziell entlasten soll. Es geht um Bundesgesetze, deren Kosten bisher stark bei Ländern und Gemeinden landen. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Schwesig sprach von einer „kleinen Revolution“.

Quelle: deutschlandfunk.de

Unter dem Radar

Bundesweite Hilfenummer für Suizidprävention geplant

Bundesgesundheitsministerin Warken will die Suizidprävention in Deutschland stärken. Geplant ist eine zentrale Hilfenummer, die Betroffenen leichter zugänglich sein soll. Die Meldung ist kurz, aber politisch relevant, weil sie auf bundesweite Infrastruktur für Krisenhilfe zielt.

Quelle: deutschlandfunk.de

Wem nützt's?

US-Politik erschwert Hilfe nach Erdbeben in Venezuela

Nach den tödlichen Erdbeben in Venezuela verweist France 24 auf zusätzliche Hürden für humanitäre Hilfe. Thema sind die Schließung von USAID durch Präsident Trump und die Wirkung amerikanischer Außen- und Sanktionspolitik. Die Katastrophe trifft Venezuela damit in einer ohnehin politisch unsicheren Lage.

Quelle: france24.com

Microsoft 365: Kommentar warnt vor Cloud-Abhängigkeit

Heise veröffentlicht einen Contra-Kommentar zur Migration auf Microsoft 365. Der Text argumentiert, dass das Support-Ende für Office 2021 Unternehmen nicht nur in die Cloud, sondern auch in stärkere Abhängigkeit treibe. Kritisiert wird vor allem das Abo-Modell als struktureller Lock-in.

Quelle: heise.de

Tech & Open Source

Microsoft verlängert Windows-10-Updates leise

The Register berichtet, dass Microsoft Verbrauchern eine weitere Möglichkeit zum Kauf zusätzlicher Windows-10-Sicherheitsupdates gibt. Die Änderung sei nur als kleine Anpassung auf einer Supportseite sichtbar geworden. Für Nutzer alter Systeme bedeutet das ein weiteres Jahr Patch-Schutz gegen Bezahlung.

Quelle: theregister.com

Hausnetze unter Druck durch Solar, Speicher und E-Autos

Heise thematisiert Hauselektrik als häufige Brandursache. Solaranlagen, Batteriespeicher und Elektroautos belasten alte Installationen stärker als früher. Der Beitrag erklärt, worauf Haushalte achten sollten, um elektrische Risiken zu vermeiden.

Quelle: heise.de

Security & Privacy

Sicherheitschef hielt MFA für zu viel Sicherheit

The Register berichtet über einen Fall, in dem ein Sicherheitsverantwortlicher Multi-Faktor-Authentifizierung offenbar für übertrieben hielt. Der Artikel stellt den Kontrast zwischen Anforderungen an Beschäftigte und Ausnahmen für Führungskräfte heraus. Die Pointe: Sicherheitsregeln verlieren Wert, wenn sie oben nicht gelten.

Quelle: theregister.com

Scattered-Spider-Mitglieder bekennen sich schuldig

Krebs on Security berichtet, dass zwei Männer in Großbritannien gleich am ersten Prozesstag Schuld eingestanden haben. Die Vorwürfe hängen mit einem Cyberangriff auf Transport for London im August 2024 zusammen. Die Angeklagten sollen zentrale Mitglieder der Gruppe Scattered Spider gewesen sein.

Quelle: krebsonsecurity.com

Forschung

HierBias soll Medienbias im Kontext erkennen

Ein neues arXiv-Paper stellt HierBias vor, ein Verfahren zur kontextabhängigen Erkennung von Medienbias. Der Ansatz kritisiert, dass bisherige Satz-für-Satz-Methoden Zusammenhänge zwischen Sätzen zu wenig berücksichtigen. Zusätzlich wird eine hierarchische Multi-Task-Klassifikation beschrieben.

Quelle: arxiv.org

Natur & Umwelt

Europas Juni-Hitzewelle laut Forschern früher nahezu unmöglich

France 24 berichtet über Klimawissenschaftler, die Europas aktuelle Juni-Hitzewelle einordnen. Demnach wäre eine vergleichbare Hitzewelle vor 50 Jahren „praktisch unmöglich“ gewesen. Behörden warnen zugleich weiter vor Gesundheitsrisiken durch Rekordtemperaturen.

Quelle: france24.com

KI & Benchmarks

Know2Guess prüft Wissensgrenzen großer Sprachmodelle

Ein neues arXiv-Paper stellt Know2Guess vor, einen Benchmark zur Bewertung von Wissensgrenzen bei großen Sprachmodellen. Ziel ist, unterstütztes Antworten von unbegründetem Raten zu trennen. Die Autoren wollen dabei auch Datenkontamination, Prompt-Effekte und pauschale Verweigerungen auseinanderhalten.

Quelle: arxiv.org

In aller Munde aber vermutlich Müll

Selenskyjs 40-Tage-Geheimdienstoperation

Google-News-Treffer zeigen eine breite Wiederholung der Formel, Selenskyj wolle Russland mit einer 40-tägigen Geheimdienstoperation „zum Frieden zwingen“. Der belegbare Kern ist deutlich kleiner: Es handelt sich um eine ukrainische Ankündigung beziehungsweise Selbstdarstellung; operative Wirkung, Umfang und Erfolg sind kaum unabhängig überprüfbar. Vermutlich Müll ist hier nicht zwingend die Existenz einer Operation, sondern die mediale Verdichtung zu einem quasi planbaren Friedenshebel. Sauberer wäre: Ukraine kündigt Geheimdienstaktivitäten an; ob daraus politischer oder militärischer Zwang entsteht, ist offen.

Quelle: news.google.com