Nachrichten vom Montag, 18.05.2026

Wem nützt's?

„Exklusiv: Deutschlands Sicherheitsplan für den Kriegsfall!“ (Bild.de, Homepage-Aufmacher)

Die Schlagzeile behauptet, BILD lege einen geheimen oder brisanten deutschen Notfallplan für den Kriegsfall offen. Das nützt einem sicherheitspolitischen Alarmdiskurs, in dem Zivilschutz, Militärbereitschaft und innere Vorsorge als Dauer-Ausnahmezustand erzählt werden; damit steigt Druck auf Debatten über Verteidigungsausgaben, Wehrdienst, Bunker-, Reserve- und Krisenvorsorge. Für ein Boulevardhaus ist das zugleich ökonomisch starker Stoff: Bedrohung, Exklusivität und Staatsgeheimnis-Rahmung erzeugen Reichweite und Verweildauer. Verdrängt werden dabei schnell nüchterne Fragen nach tatsächlicher Resilienz, Finanzierung, sozialer Priorisierung und demokratischer Kontrolle sicherheitspolitischer Maßnahmen.

Quelle: bild.de

Unter dem Radar

Großbritannien halbiert seine Mittel für den Green Climate Fund

Die Financial Times berichtet, dass Großbritannien seine Finanzierung für den UN-nahen Green Climate Fund um mehr als 800 Millionen Pfund kürzt. Das ist weit mehr als eine Budgetnotiz: Der Fonds ist eines der zentralen Instrumente, mit denen ärmere Staaten Klimaanpassung und Emissionsminderung finanzieren, also genau dort, wo Extremwetter, Schuldenlast und Infrastrukturdefizite bereits zusammenlaufen. Für Europa ist das relevant, weil damit nicht nur Klimadiplomatie geschwächt wird, sondern auch das ohnehin fragile Vertrauen des globalen Südens in westliche Zusagen weiter erodiert. Unterberichtet ist das Thema oft, weil es als Entwicklungsgeld klingt, tatsächlich aber direkt an Migrations-, Handels- und Stabilitätsfragen hängt.

Quelle: ft.com

Tech & Open Source

Für „ssh-keysign-pwn“ stehen jetzt die relevanten Stable-Kernel fest

LWN und Phoronix verweisen auf die ausgerollten Stable-Releases 7.0.8, 6.18.31, 6.12.89, 6.6.139, 6.1.173, 5.15.207 und 5.10.256 gegen CVE-2026-46333. Die Schwachstelle erlaubt lokalen, nicht privilegierten Nutzern das Lesen root-eigener Dateien und ist damit besonders unschön auf gemeinsam genutzten Systemen und verdichteten Host-Umgebungen. Neu gegenüber gestern ist weniger die Existenz der Lücke als die klare Fix-Matrix über die unterstützten Kernel-Zweige hinweg. Wer auf LTS-Linien sitzt, kann jetzt präzise gegen eine bekannte Zielversion prüfen statt nur auf generische Updates zu hoffen.

Quelle: lwn.net