Nachrichten vom Mittwoch, 13.05.2026

Welt

US-Berufungsgericht hält Trumps globale 10%-Zölle vorerst in Kraft

Ein US-Berufungsgericht hat laut Reuters am Dienstag eine Entscheidung der Vorinstanz vorläufig ausgesetzt und damit Trumps pauschale 10%-Zölle zunächst weiter gelten lassen. Das ist für Deutschland und die EU substanziell, weil die rechtliche Unsicherheit über US-Handelspolitik damit nicht kleiner, sondern akuter wird: Für Exporteure, Lieferketten und Investitionsentscheidungen zählt vorerst wieder die harte Zollrealität. Neu ist nicht der Streit über die Zölle, sondern dass die juristische Bremse gegen sie fürs Erste wieder gelöst wurde. Für Europa heißt das: weiter planen unter dem Risiko abrupt wechselnder US-Handelsregeln.

Quelle: reuters.com

Großbritanniens Regierungskrise schlägt auf Pfund und Staatsanleihen durch

Reuters berichtet, dass der Druck auf Keir Starmer nach den schweren Labour-Verlusten in den Kommunalwahlen so stark geworden ist, dass Pfund und britische Staatsanleihen direkt darauf reagieren. Die 30-jährigen britischen Anleiherenditen stiegen zeitweise auf den höchsten Stand seit 1998, während das Pfund nachgab; das macht aus einer Parteikrise ein europäisch relevantes Finanzthema. Für die EU ist das wichtig, weil Großbritannien trotz Brexit ein zentraler Kapitalmarkt- und Sicherheitspartner bleibt und politische Instabilität dort schnell grenzüberschreitend wirkt. Neu ist hier die sichtbare Marktreaktion, nicht bloß der parteiinterne Streit.

Quelle: reuters.com

Wem nützt's?

„Wenig Zuspruch für Schwarz-Rot: Halb Deutschland wünscht sich ein Ende der Regierung“ (Bild.de, Homepage-Aufmacher)

Die Schlagzeile behauptet auf Basis einer Umfrage, dass die Bundesregierung schon jetzt ihre gesellschaftliche Legitimation verliere. Das nützt politisch vor allem einer Oppositions- und Erregungslogik, die Regierungsverschleiß maximal beschleunigt: Schlechte Umfragewerte werden nicht als Stimmungsbild, sondern als Vorstufe eines fälligen Machtwechsels gerahmt. Davon profitieren Akteure, die in der laufenden Debatte über Migrations-, Sozial- und Wirtschaftspolitik Druck auf die schwarz-rote Koalition erhöhen wollen; zugleich passt das zur Boulevardökonomie von Reichweite über Konflikt, Personalisierung und Krisensignal. Verdrängt wird, dass Regierungsfähigkeit, Haushaltsfragen und Gesetzgebung komplexer sind als tägliche Umfrageausschläge.

Quelle: bild.de

Unter dem Radar

Russland senkt Wachstumsprognose für 2026 auf nur noch 0,4 Prozent

Russland hat seine offizielle Wachstumsprognose für 2026 laut Reuters von 1,3% auf 0,4% gesenkt und zugleich auch die Folgejahre nach unten korrigiert. Das ist mehr als eine trockene Statistik: Es zeigt, dass Krieg, Sanktionsdruck und die Verwerfungen auf den Energie- und Finanzmärkten inzwischen selbst in der offiziellen Moskauer Planung härter sichtbar werden. Für Europa ist das relevant, weil ein schwächeres Russland nicht automatisch ein ungefährlicheres Russland bedeutet, sondern auch fiskalischen Druck, aggressivere Rohstoffpolitik und mehr außenpolitische Risikobereitschaft erzeugen kann. Im deutschsprachigen Mainstream lief das bisher eher am Rand, obwohl hier ein zentraler Indikator für die Belastbarkeit der russischen Kriegsökonomie kippt.

Quelle: reuters.com

Märkte spüren die Folgekosten des Iran-Kriegs jetzt quer durch Branchen und Währungen

Reuters beschreibt in einer Marktanalyse, dass sich der andauernde Krieg nicht mehr nur im Ölpreis zeigt, sondern bereits asiatische Währungen, Airline-Bilanzen und globale Finanzmärkte gleichzeitig unter Druck setzt. Genau das macht die Story substanziell: Aus einem regionalen Krieg wird eine breit gestreute Kostenwelle für Transport, Finanzierung und Importpreise. Für Europa heißt das steigenden Druck auf Inflation, Energie, Flugverkehr und Industrie — also genau auf die neuralgischen Punkte der ohnehin schwachen Konjunktur. Unterberichtet ist das, weil es keine einzelne Explosion oder Entscheidung gibt, sondern eine schleichende systemische Wirkung.

Quelle: reuters.com

Tech & Open Source

TanStack-Lieferkette kompromittiert: 42 npm-Pakete mit Credential-Stealern verseucht

Laut heise wurden am 11. Mai insgesamt 84 manipulierte Versionen von 42 `@tanstack/*`-Paketen auf npm entdeckt. Die Pakete enthielten Credential-Stealer (Schadcode zum Abgreifen von Zugangsdaten) und werden einer laufenden Supply-Chain-Kampagne zugeordnet, die seit Ende April auch andere Ökosysteme trifft. Das ist deshalb groß, weil TanStack-Komponenten tief in Frontend-Stacks hängen und kompromittierte Build-Abhängigkeiten schnell in CI/CD-Pipelines und Entwicklerrechner einsickern. Wer TanStack nutzt, sollte die betroffenen Versionen sofort gegen saubere Releases prüfen und Build-Artefakte sowie Tokens rotieren.

Quelle: heise.de

Security & Privacy

Microsoft-Patchday fixt kritische Netlogon-Lücke CVE-2026-41089

Krebs on Security hebt im Mai-Patchday besonders CVE-2026-41089 hervor: einen stack-basierten Buffer Overflow (Speicherfehler durch Schreiben über eine feste Speichergrenze hinaus) in Windows Netlogon, der SYSTEM-Rechte auf Domain Controllern ermöglichen kann. Wenn sich die Rapid7-Einschätzung bestätigt, ist das für Windows-Netze eine der ernsteren Schwachstellen des Monats, weil Netlogon an einem zentralen Authentifizierungsdienst hängt. Wichtig: gepatcht ist die Lücke laut Patchday, aber öffentlich bekannte aktive Ausnutzung wurde in dem Treffer noch nicht belegt. Für Admins heißt das trotzdem: Domain Controller priorisiert patchen, nicht auf den normalen Monatsrhythmus schieben.

Quelle: krebsonsecurity.com